Mircos „Wortschätze“
Böle = sein liebstes Kuschelpüppchen
Drückseln = drücken
Einmal schubseln bis in den Himmel = anschubsen auf der Schaukel
Mammamma? = noch einmal?
Guitguit = Joghurt
Pobobert = Bäuerchen
Willi der Fünfte = Mircos Lieblingspullover
„Und wer bist Du?“ „Mamas Mircolino!“
Lilli = Schlüssel
„ Der Mirco ist schon aufgestanden!“ Ruf früh morgens aus dem Kinderzimmer, wenn man meinte, man müßte noch leise sein.
Die große Leidenschaft von Opa Willi ist sein Garten. Im Frühjahr geht es los: Da wird die Erde vorbereitet, Gemüse gesetzt und gesät.
Blumen werden in den Anlagen rund um die Wirtschaft gepflanzt und im Bauerngarten immer mal dazwischen. Natürlich sät Opa auch Kräuter aus und , um den Überblick nicht zu verlieren, setzt er auf einem Stöckchen die jeweilige Tüte des Saatgutes dazu.
Dieses Mal hat Mirco Opa im Garten bei der Arbeit geholfen.
Als im Sommer die kleinen Pflänzchen ihre Köpfe aus dem Boden steckten, staunte Opa nicht schlecht: Wieso sieht die Petersilie wie Schnittlauch aus? Und
der Kerbel wie Liebstöckel? Und hatte er den nicht dort drüben gepflanzt?
Unser Mircolino war seinem Opa geflissentlich gefolgt und hatte alle Tütchen vertauscht!
Mirco wollte und wollte nicht „trocken“ werden. Die Welt war viel zu groß und spannend, als dass man sich von solchen Lappalien hätte aufhalten lassen dürfen..
Also überlegten wir Eltern uns eine List:
Es war ein schöner heißer Sommer und die Kinder liefen leicht bekleidet draußen herum. Mirco trug also nur seine Badehose. Und wir sagten ihm: „Wenn Du jetzt Pipi musst, darfst Du im Garten an den Baum pieseln!“
Es klappte! Mittags bei Tisch sprang unser Jüngster plötzlich auf, rannte in den Garten und stellte sich profihaft an den Baum. Wir dachten, er kippt gleich nach hinten über, so hat er sich zurückgelegt, um ja den Baum richtig zu treffen! 
Als Tante Marion und Onkel Herbert (siehe auch Gästebucheintrag) einmal bei uns babysitteten, vergaßen wir, sie einzuweihen. Nach der ersten großen Verwunderung, um unseren in den Garten stürzenden Junior, kam die große Erheiterung! Aber immerhin ging nichts mehr in die Hose!
Mittags fuhr Mircolino mit Papa oder Mama zum Kindergarten, um Robin abzuholen. Damals fuhren wir einen viertürigen VW -Passat. Robin saß hinter dem Fahrersitz und unser Kleiner auf der Beifahrerseite, wenn Jasmin dabei war, rückte Mirco in die Mitte.
Mirco hatte eine Technik entwickelt, mit der er sich ruck-zuck aus seinem Kindersitz befreien konnte....so auch an diesem Tag. Noch ehe Robin und ich um das Auto herum gelaufen waren, war Mirco aus seinem Kindersitz heraus geklettert und hatte schnell die Verriegelungsknöpfe der Türen herunter gedrückt!
Dumm nur, daß seine Mutter den Schlüssel im Zündschloss hatte stecken lassen....es dauerte einige Zeit, in der ich wild gestikulierend um unsere Familienkutsche herumtanzte, und nicht unerheblicher Überredungskünste unseren schadenfroh grinsenden Jüngsten davon zu überzeugen, daß er den Knopf an der Fahrertür wieder hochziehen sollte!
Eines schönen Nachmittags klingelte es an
der Haustür und Ramon stand davor. „Herr Hüwener, Herr Hüwener, Sie müssen sofort mitkommen! Der Mirco hängt am Baum und kommt nicht runter!“
Ramon und Mirco hatten mitbekommen, dass den großen Kindern ein Ball beim Fußballspielen auf das Garagendach geflogen war. Und warum sollte Mirco nicht am selben Baum ruckzuck hoch und wieder herunter geklettert sein, wie sein Bruder Robin. Vom Baum aus ging es direkt auf die Garage und zum Ziel aller Träume: dem Fußball! Leider war Mirco ein ganzes Stück zu klein, aber sein (Über-) Mut war riesig!
Ein anderes Mal war Mirco allein unterwegs zu den Nachbarn. Das Gartentor stand auf, aber niemand war im Garten zu sehen. Mircolino ging hinein und entdeckte die Kaninchen in ihrem Stall. Sie taten ihm sehr leid, auf so wenig Platz sitzen zu müssen, wo der Garten doch so groß und das Gras so saftig war! Er wollte sie heraus lassen. Eines hatte er schon auf dem Arm und streichelte es, als die Nachbarin dazu kam!
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Es war ein schöner Sonntagmorgen und wir dachten um sieben Uhr noch nicht ans Aufstehen. Da klingelte das Telefon. Der Pförtner meldete uns, unser kleiner Mircolino ging gerade im Schlafanzug mit seinem Schmusekissen und seiner Schnuffelwindel unter dem Arm an ihm vorbei. Ulrich spurtete sofort los, um unseren Jüngsten wieder einzusammeln. Mirco wußte selber nicht so genau, wo er hingewollt hat. Von nun an schlossen wir abends immer die Haustür ab!
Robin und Mirco hatten ein Etagenbett. Im oberen Bett schlief Robin und er hatte es sich dort recht behaglich gemacht, mit Klemmleuchte, Lieblingsbüchern in bequemer Reichweite auf dem Schrank neben sich und seinen Lieblingshelden an der Wand. Mirco und Ramon spielten im Zimmer unserer Jungs. Sie eroberten auch bald Robins Bett (der war ja in der Schule!) und beschlossen eine spontane Umgestaltung des Raumes. Robins mühsam gesammelte Medi & Zini-Poster, die Plakate aus der Micky Maus, alle wurden abgenommen, keines verschont! Es hätte mich bis in den Keller beim Wäsche aufhängen wundern müssen, dass es im ersten Stock so ruhig ist!
Nachdem einmal der Elektriker den Anschluß vom Diensttelefon repariert hat, hat er eine Schraube liegen lassen, die wir alle übersehen haben. Fast alle! Mirco hat sie sofort gefunden. Und noch während ich den Handwerker verabschiedete, „reparierte“ Mirco die Steckdose neben dem Telefonanschluss! Er steckte die Schraube hinein. Bis heute weiß ich nicht, warum er keinen Stromschlag bekam!
In unserem Wohnzimmer hing eines dieser großen Sparringregale, die mit Metallschienen an der Wand angebracht werden und wo man dann beliebig die Regalböden anbringen kann. Zwischen allen unseren Büchern standen auch die besonders interessanten Kinderfotoalben. Außer Reichweite, bis Mirco das Klettern erlernte! Wie weiland Luis Trenker am Matterhorn hing unser kleiner Kletterkönig in den Brettern und wir konnten ihn gerade noch aus der Wand pflücken, bevor eine Bücherlawine niederging!
Ab und an mußte unsere Familienkutsche generalgereinigt werden. Jasmin und Robin liebten es, im Auto sitzen bleiben zu können, während der Wagen durch die Waschanlage fuhr. Ganz anders bei Mirco, er fand es unheimlich und traute der ganzen Sache nicht so recht.
Als es wieder mal so weit war, dass das grosse Waschen anstand und die Einfahrt zur Waschstrasse vor uns auftauchte, fiel unserem Mircolino das richtige Wort nicht ein und so rief er : “Ich will nicht automatisch!“
Das wurde dann bei uns zum geflügelten Wort. Und jeder der jetzt sein Auto waschen will, sagt „Ich will mal automatisch!
Wenn Eltern morgens mal länger schlafen als ihre Kinder, löst das die unterschiedlichsten Reaktionen beim jeweiligen Nachwuchs aus!
Jasmin konnte sich in ihrem Zimmer durchaus selbst beschäftigen und spielte oder schaute Bücher an, bei ihren Brüdern sah das ganz anders aus...
Robin pflegte sich auf Zehenspitzen unserem Bett zu nähern und dann zu flüstern: „Mama, schläfst Du noch?“ Dieses Flüstern steigerte sich immer mehr! Während man anfänglich noch so tat, als würde man einfach weiter schlafen, war das „Flüstern“ schließlich nicht mehr zu überhören! Vorbei war´s mit der Ruhe!
Aber diese Version der morgentlichen Weckaktionen ließ sich noch steigern...
Mirco kam ans Bett geschlichen, legte seine kleine Faust auf die Wange seiner friedlich schlummernden Mama und streckte dann langsam seinen Zeigefinger
aus, um das Oberlid hoch zu schieben bis zum Anschlag:
„Mama, bist Du schon wach?“.....
Jetzt schon !
Mircos Abenteuer
Noch ziemlich klein bezog Mircolino die untere Liege im Etagenbett. Damit er auch wirklich liegenblieb und schlief, kam er in einen Schlafsack. Schnell hatte Mirco den Bogen raus, wie er sich drehen und wenden mußte, um aus dem
Schlafsack herauszukommen. Ich nähte oben und unten am Reißverschluß Knöpfe und Knopflöcher an. Und Mirco?
Der ging dann eben mit Schlafsack auf Wanderschaft!